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Ich gehe gern auf die Johann-Bruecker-Schule, weil sie in der Nähe ist und man viele sportliche Aktivitäten machen kann.
Alle Zitate lesen Giuseppe, 12 Jahre

Ein Drama lesen – sehen – selbst spielen

Ja, auch in der 10. Klasse liest man noch zusammen ein Buch und bearbeitet es Schritt für Schritt. Nur haben sich die Bücher von Schuljahr zu Schuljahr verändert. Man liest jetzt nicht mehr ganz so einfache Lektüren wie „König der Diebe" oder „Der Klassenking". Nein, jetzt stehen anspruchsvollere Lektüren wie „Faust I", „Nathan der Weise" oder „Glaube Liebe Hoffnung" im Programm. Wir, die Klasse 10 a, haben uns für das Drama „Glaube Liebe Hoffnung" von Ödön von Horváth (1932) entschieden. Gemeinsam haben wir das Theaterstück im Deutsch Unterricht durchgelesen und bearbeitet. Herr Schnitzler stellte uns die Aufgabe, ein Bild des Trauerspiels selbst nachzuspielen. Wir entschieden uns für das fünfte Bild, die Schlussszene. Um ein Beispiel davon zu bekommen, wie so etwas von Profis gespielt aussehen könnte, gingen Herr Schnitzler und Frau Eisenhardt-Schwarzer mit uns am Donnerstag, den 26. 01. 2012, nach Stuttgart in das Theater der Altstadt, um dort das Stück anzuschauen.

Als wir im Theater standen, war das zumindest für mich eine Überraschung: Ich hatte mir alles viel größer vorgestellt. Aber dadurch, dass es nicht allzu groß war, saßen wir auch viel näher an der Bühne. Alle waren gespannt, ob es genau so sein würde, wie sie es sich beim Lesen vorgestellt hatten. Als das Stück jedoch anfing, wurde schnell klar, dass einiges umgeändert wurde. Plötzlich hatte der Schupo Alfons Klostermeyer den Text vom Buchhalter und andersherum. Aber an den Stellen, die gleich waren, sah man die Schüler die Texte mitsprechen, besonders an der Stelle, an der sich Alfons, der junge Polizist, mit den Worten:

„Ich lebe, ich weiß nicht wie lang,
Ich sterbe, ich weiß nicht wann,
Ich fahre, ich weiß nicht wohin,
Mich wundert, dass ich so fröhlich bin."

verabschiedete.

Es war witzig, mit anzusehen, wie Joachim, der tollkühne Lebensretter des Stückes, als obercooler Typ den heutigen Lebensverhältnissen angepasst wurde. So sagte er zum Beispiel am Ende eines für ihn ärgerlichen Telefonats statt „Altes Dromedar" „Fucking Bitch" zu seiner Mutter. Dies machte es uns einfacher, ins Stück hineinzufinden.

Nach dem Schlussapplaus waren wir uns einig: Diese Theaterfahrt war mal ein etwas anderer Deutschunterricht. Und jetzt freuen wir uns, das Gesehene so gut wie möglich in die eigene Spielszene einzubauen.

Kim Dorowski, R 10a

 

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