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Ich schicke meine Tochter auf die JBS, weil sie in der Nähe ist und es die Bläserklasse gibt.
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Im Rahmen unserer Methodentage erlebten die Schülerinnen und Schüler unserer Klassen R9a und R9b ein ganz besonderes Bewerbungstraing mit Experten von der Böblinger Kreissparkasse

50 von 700 - Vier Meilensteine auf dem Weg zum Ausbildungsplatz

Am Dienstag, den 9. November 2010, stand an der Johann-Bruecker Haupt- und Realschule der zweite Methodentag auf dem Stundenplan. Fünf Vormittagsstunden lang drehte sich in den Realschulklasse 9a und 9b alles um das Thema „Bewerbungstraining“. Der Schwerpunkt der Berufsorientierung in dieser Klassenstufe wurde an diesem Methodentag durch zwei externe Referenten der Kreissparkasse Böblingen entscheidend bereichert: Frau Reimer, Ausbildungsreferentin für den Bereich Leonberg in der Klasse 9b und Herr Strommer, Ausbildungsreferent für Böblingen/Sindelfingen in der R 9a.

Was haben wir gelernt?

Ein großes Institut wie die Sparkasse Böblingen wählt Jahr für Jahr aus etwa 700 Bewerberinnen und Bewerbern knapp 50 als ihre neuen Auszubildenden. Das Verfahren dabei besteht aus vier Meilensteinen. Die wichtige Frage für die Neuntklässler lautet also: Was kann ich tun, damit sich die Chancen meiner eigenen Bewerbung erhöhen?

Meilenstein 1: Die Bewerbungsmappe (700 → 500)

Das war uns aus dem Deutschunterricht ziemlich vertraut: formal die üblichen Vorgaben beachten, keine Rechtschreibfehler und zwei/ drei „ordentliche“ Zeugnisse, bei denen auch Verhalten und Mitarbeit „gut“ sein sollten. Zertifikate können, wenn sie in die in Richtung des angestrebten Ausbildungsberufes gehen, erste persönliche Akzente setzen. Größere Firmen bevorzugen inzwischen online-Bewerbungen. Die haben dann zwar keinen Raum für persönliche Gestaltungsmöglichkeiten, aber sie reduzieren den Papierberg und lassen sich leichter nach bestimmten Kriterien sortieren. Bei diesem ersten Schritt fallen knapp ein Drittel der Bewerbungen raus.

Meilenstein 2: Der Einstellungstest (500 → 200)

Der Einstellungstest ist für alle Kandidaten eine erste Stressprobe, weit mehr als eine Klassenarbeit in der Schule. Über 90 Minuten – manchmal auch zwei Stunden lang – sind in schneller Folge ganz unterschiedliche Testformen unter Zeitdruck zu absolvieren. Dabei geht es um Sprachgefühl, Kopfrechnen, Allgemeinbildung, mathematisches Denken, Rechtschreibung, logisches Denken, Aktuelles aus dem Weltgeschehen der letzten Wochen und vieles anderes mehr. Oft ist es so, dass selbst hervorragende Schülerinnen und Schüler gar nicht alles schaffen können. Aber die Firma will sehen, wie genau und wie flott ein Kandidat unter Druck die Vielfalt der Aufgaben im Verhältnis zu anderen lösen kann. Wichtigste Botschaft für diejenigen, die aufs Erste nicht so glänzend abgeschnitten haben: Üben kann helfen. Je öfter ich verschiedene Testformen zur Probe machen, desto besser bestehe ich sie im Ernstfall. Übung kann die Leistung des Einzelnen um 10 – 30 % steigern!

Meilenstein 3: Die Gruppendiskussion (200 → 100)

Nun ist es richtig spannend geworden. In einer kleineren Gruppe (6 – 8 Personen) sollte ein aktuelles Thema diskutiert werden, sei es die Frage, ob Werbung unser Konsumverhalten beeinflusst, ob wir den Lebensmitteln im Supermarkt noch vertrauen können oder was wir dazu beitragen können, dass unsere Umwelt bewahrt wird. Einer ist Moderator des Gesprächs, ein anderer fasst am Ende die wichtigsten Gesprächsergebnisse zusammen. In einer Stunde werden etwa fünf Themen je zehn Minuten argumentativ durchdacht. Die Rollen wechseln. Die Beobachter der Firma achten auf Flexibilität, auf Beteiligungsbereitschaft, auf Redegewandtheit, auf die Fähigkeit, anderen zuzuhören, auf die Argumentationstiefe und das individuelle Durchsetzungsvermögen. In der Videoanalyse zu zwei Probediskussionen haben wir gemerkt: Da müssen wir noch kräftig üben. Besonders müssen viele mutiger werden, vor anderen eigene Überlegungen vorzutragen, zu entfalten und gegebenenfalls auch zu verteidigen.

Meilenstein 4: Das Vorstellungsgespräch (100 → 50)

Wer es bis hierher geschafft hat, ist fast schon am Ziel. Die Chancen stehen nun 50 zu 50. Also Vorsicht, nicht im Endspurt verkrampfen! Zwei Äußerlichkeiten zuerst: rechtzeitig da sein und auf angemessene Kleidung achten! Das Gespräch beginnt meist bei der Person des Bewerbers, seiner Familie, seiner schulischen Laufbahn und seinen Hobbys. Besonders wichtig ist dann jedoch, warum man glaubt, für diesen Beruf (besonders) geeignet zu sein. Dabei sollten persönliche Stärken überzeugend zum Ausdruck kommen, aber auch Schwächen selbstkritisch bedacht werden. Zu viel Ehrlichkeit könnte allerdings zum Eigentor werden: Unbeherrschtheit, Faulheit oder Unzuverlässigkeit sind „No-Gos“, die keine Firma bei ihren Mitarbeitern haben möchte. Wichtig bleiben bei allem Höflichkeit und Freundlichkeit!

Wir haben an diesem Vormittag von Frau Reimer und Herrn Wachter, den Ausbildungsreferenten der Kreissparkasse Böblingen, viel gelernt und werden das Eine oder Andere verstärkt in unseren Unterricht aufnehmen, so dass alle Schülerinnen und Schüler der Johann-Bruecker Schule bei ihren Bewerbungen möglichst große Chancen haben, zu den 50 Personen zu gehören, die schlussendlich einen Ausbildungsplatz angeboten bekommen.

Frank Heer & Manfred Schnitzler

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