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Ich gehe gern auf die Johann-Bruecker-Schule, weil die Sportaktivitäten sehr umfangreich sind.
Alle Zitate lesen Jessica, 15 Jahre
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Weit mehr als Autobahnkreuz und Hochhäuser


Leonberg erleben die Meisten eher „en passant" – und der erste Eindruck ist nicht gerade verlockend. Aber wie so oft lohnt ein zweiter Blick durchaus.

Frau Ralle und Herr Heer gaben uns beim diesjährigen Lehrerausflug einen kurzweiligen Einblick in ihre Heimatstadt:
  • Zunächst folgten wir auf dem „Weg der Erinnerung" einer dunklen Spur der Leonberger Stadtgeschichte. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges (1944/45) versuchten die Nationalsozialisten die Produktion von Militärflugzeugen (Me 262) im Schutz des erst 1937 eingeweihten Engelbergtunnels mit Hilfe von bis zu 3000 KZ-Häftlingen aufrecht zu erhalten. Die Führung ließ uns erahnen, unter welch unmenschlichen Bedingungen hier hochmoderne Tragflügel hergestellt wurden.
  • Uns hingegen erwartete oben am Engelbergturm ein Sektempfang und die Ahnung einer fantastischen Aussicht. Leckerer Kuchen im privaten Ambiente liebevoll vorbereitet stand als nächstes für uns bereit.
  • So gestärkt empfing uns in historischer Tracht Herzogin Sibylla von Württemberg, die von 1608 – 1614 ihren Witwensitz in Leonberg hatte. Trotz zunehmender Kälte erklärte sie uns einiges zur Geschichte der Stadt, zu ihrem Schloss und vor allem zu ihrem geliebten Pomeranzengarten. Dabei erfuhren wir nicht nur, dass eine Pomeranze, eine Bitterorange, die Mischung aus Mandarine und Grapefruit, sondern bekamen auch Tipps, wie mit Hilfe von Kräutern unreine Haut oder Impotenz geheilt werden kann.
Gemeinsam haben wir bei diesem Lehrerausflug gemerkt, wie vielfältig und schön eine scheinbar wenig attraktive Stadt auf den zweiten Blick werden kann, auch wenn wir den Höhepunkt im Leben der Stadt Leonberg, den Pferdemarkt im Frühjahr, noch nicht erlebt haben.
Schade nur, dass uns die Herzogin zwei hoffnungsvolle junge Kollegen abgeworben hat: eine als ihre neue Kammerzofe und einen als Gatten für ihre Tochter. Bei einem Brautpreis von sage und schreibe 12 000 Gulden kann ein „gar kümmerliches Beamtengehalt" natürlich nicht konkurrieren.

Manfred Schnitzler

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