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Ich schicke meine Tochter auf die JBS, weil ich die Klassengröße von 18 Schülern sehr angenehm empfinde.
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Wenn das große Grauen einen Namen bekommt

Bild-1 webKriegerdenkmal


Krieg ist schrecklich. Krieg beeinträchtigt die Lebenschancen von Generationen. Krieg fordert viele Opfer. Wer würde das nicht zumindest erahnen, selbst wenn wir in Mitteleuropa seit fast 70 Jahren in äußerem Frieden leben können. So fanden im Zweiten Weltkrieg etwa 50 Millionen Menschen den Tod, allein in der Sowjetunion etwa 20 Millionen und auch in Deutschland knapp 7 Millionen, 3, 2 Millionen Soldaten und 3, 6 Millionen Zivilisten.
Aber Krieg geht besonders dann unter die Haut, wenn seine schrecklichen Folgen am Beispiel einzelner Menschen lebendig werden.

„Die Schülerinnen und Schüler können erläutern, warum moderne Kriege den Fortbestand der Kulturen gefährden." So lautet eine im Geschichtsunterricht anzustrebende Kompetenz im Bildungsplan für Realschulen in Baden-Württemberg (2004, 109). In der Klasse R 9a waren wir vier solchen Einzelschicksalen, die eine verwandtschaftliche Beziehung zu einzelnen Schülerinnen und Schülern aus unserer Klasse haben, auf der Spur:
  • Christian Held (1883 - 1915)
  • Gustav Rebmann (1913 - 1942)
  • Christian Wolf (1915 - 1945)
  • Erich Krämer (1927 - 1945)
Bild-2 webDetail: Erich KrämerEinen Namen unter vielen lediglich am Kriegerdenkmal zu sehen oder zu wissen, dass Erich Krämer als 19-Jähriger bei einem Rückzugsgefecht bei Köstrin (Stadt an der Oder im heutigen Polen) von einem russischen Panzer überrollt und seine sterblichen Überreste nie mehr aufgefunden wurden, dass sein Vater erst zwei Jahre später, als er 1947 aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause kam, vom Tod seines Sohnes erfuhr, das schärft die Wahrnehmung für das Grauen eines Krieges. Umso entschiedener müssen wir als nachfolgende Generationen uns heute für Frieden und Freundschaft unter den Nationen einsetzen, sei es durch Schönaichs Städtepartnerschaft mit dem französischen Ort Rocquencourt, sei im Einsatz für ein vereintes Europa oder sei es im Gedenken an die Opfer der Kriege beim Volkstrauertag. Zwei einander ziemlich fremde Welten, die Gedenkfeier zum Volkstrauertag und das Lebensgefühl heutiger Jugendlicher begegnen einander. Und beide Welten lernen voneinander. Unsere Berichte müssen deshalb keine einmalige Schüleraktion bleiben, sondern könnten jeweils von einer neunten Klasse in Form eines Geschichtsprojekts vorbereitet werden.

Bild-3 webKranz vor Denkmal

Ergänzend zu unseren Berichten beim Volkstrauertag werden wir zu den genannten vier Personen eine Vitrine gestalten, die das Leben und Sterben der vier ausgewählten Soldaten im Bewusstsein hält. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger Schönaichs sind eingeladen, der Johann-Bruecker-Schule einen Besuch abzustatten und unsere kleine Ausstellung ab dem 3. Dezember anzuschauen.
Manfred Schnitzler

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