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Wir durften dieses Jahr die Adventsfeier mit den Kindern organisieren, was ein voller Erfolg war.
Alle Zitate lesen Ellen Risse
Nathan---Bild-1Szenenbild der Fotografin Sabine Haymann mit freundlicher Genehmigung des Theaters der Altstadt

Zurzeit lesen wir als Pflichtlektüre von Mirjam Pressler „Nathan und seine Kinder". In der Mittleren Reife wird in der Deutschklausur eine produktive Auseinandersetzung mit diesem Roman eines der angebotenen Themen sein.
Im Theater der Altstadt (Stuttgart – Feuersee) wird zurzeit die literarische Vorlage dieses Romans, das klassische Drama von Gotthold Ephraim Lessing „Nathan der Weise" aufgeführt. Am Montag, den 25. Februar 2013 durften wir uns das Stück, das in beeindruckender Besetzung inszeniert wird, ansehen, um noch ein bisschen besser auf die Prüfung vorbereitet zu sein.

Nathan---Bild-2Szenenbild der Fotografin Sabine Haymann mit freundlicher Genehmigung des Theaters der Altstadt Das Theater der Altstadt ist nicht besonders groß, knapp 150 Sitzplätze. Deshalb ist es umso erstaunlicher, dass so viele Schülerinnen und Schüler bei der abendlichen Aufführung Platz fanden und dennoch eine gemütliche Atmosphäre herrschte.
Als wir aus der Kälte hinein durften und unsere hervorragenden Plätze in den vordersten Reihen besetzten, fühlten wir uns wie auf einer Baustelle: Staub stieg auf, ein dreiteiliges Gitter trennte die Bühne vom Zuschauerraum und im Hintergrund waren nur Baugerüste zu sehen. In den ersten Minuten des Wartens auf die Vorstellung gab uns so die Kulisse schon zu denken: Könnte es sein, dass man uns Schüler als Groupies betrachtet, vor denen die Schauspieler geschützt werden müssen? Oder würden umgekehrt die Schauspieler wie wilde Tiere von der Bühne springen, wenn da keine Absperrung wäre?
Kurz bevor es endgültig los ging, kam dann noch die Durchsage mit der Bitte, alle Handys auszuschalten, denn schon ein SMS-Klingelton im falschen Augenblick könnte die Konzentration eines Schauspielers so stören, dass er den Textfaden verlieren könnte. Da die Aufführung Lessings Drama sehr texttreu inszeniert, und damit die Sprache sehr anspruchsvoll ist, war diese Durchsage mehr als verständlich. Zum Glück schien unsere sonst doch so am Handy hängende Jugend diese Bitte ernst zu nehmen: Die Handys blieben während der Aufführung in der Tasche, auch wenn manchen dies fast wie eine Ewigkeit vorkam. Trotz des hohen Sprachniveaus ist die Inszenierung unserer Meinung nach gelungen! Durch die lebendige Darstellung wurde das Geschehen für uns verständlicher. So steht zum Beispiel Nathan nicht mehr emotionslos neben Recha, wie man beim Lesen des Buches vermuten könnte, sondern bewegt sich aufgeregt hin und her, spricht seinen Text mit erkennbarer innerer Beteiligung und bekommt so ein Gesicht.

Das Stück selbst war dann tatsächlich so lang, dass wir knapp die geplante S-Bahn nach Böblingen verpassten und somit auch den letzten Bus in Richtung Schönaich. Für etliche hieß das: eine unfreiwillige Nachtwanderung von der Haltestelle „Zimmerschlag" bis nach Hause! Obwohl uns „Nathan der Weise" gut gefallen hat und wir nicht selbst die langen Texte sprechen mussten, war dieser kulturelle Input doch so anstrengend, dass wir alle froh waren, so kurz nach Mitternacht wieder in unseren Betten zu liegen.

Corinna Hönig, R 10c

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