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Ich gehe gern auf die Johann-Bruecker-Schule, weil sie nahe liegt und gute Lernmethoden hat.
Alle Zitate lesen Christina, 14 Jahre
Bild-1 webGut, wenn man's so kompetent erklärt bekommt!

An einem herrlich milden Winternachmittag (17. 12. 2013) statteten die Klassen 10 a/b im Rahmen des Kunstunterrichts unter Leitung von Frau Ralle (10a) und Frau Hummel (10 b) einem oft ziemlich „grantelig" dreinblickenden Künstler im Stuttgarter Kunstmuseum einen Besuch ab. Willi Baumeister ist einer der wichtigsten deutschen Künstler der Nachkriegszeit und prominenter Vertreter der abstrakten Malerei. Kurzweilig führte uns Frau Sauerhöfer, eine begeisternde Museumspädagogin, in Leben und Werk des Malers, Grafikers, Bühnenbildners und Typografen ein. Beeindruckend war, als Nicht-Kunstlehrer zu sehen, wie sehr das Wissen aus anderen Fächern hilft, das Gesagte und Gezeigte einzuordnen.

Im Leben des Stuttgarters Willi Baumeister spielt Frankreich von Anfang an eine wichtige Rolle. Schon 1911 unternahm er eine längere Studienreise nach Paris, lernte dort die Impressionisten wie Claude Monet kennen und blieb Frankreich zeitlebens eng verbunden. Die allererste Biografie über Baumeister erschien in französischer Sprache!
Zwischen dem Impressionismus und dem von ihm abgelehnten Expressionismus einen eigenen künstlerischen Stil herauszubilden und diesen dann in den Herausforderungen der jeweiligen Zeit weiterzuentwickeln, das lässt sich an Willi Baumeister zum Beispiel mit seinen „Mauer-Bildern" anschaulich darstellen. Aber vor einer solchen Herausforderung, seinen eigenen Weg zu finden, stehen wir alle, gerade auch unsere Schülerinnen und Schüler.
Wer aus deutschen Geschichte weiß, welch einschneidendes Datum 1914 (lediglich Skizzen aus dem Feld), die „Goldenen Zwanziger" (Baumeister ist für die künstlerische Außendarstellung des Architektur-Experiments „Weißenhof-Siedlung" verantwortlich) oder 1933 (Beginn der „grauen" Phase – „entartete" Kunst) darstellen, kann die Veränderungen im Stil von Willi Baumeister ganz anders einordnen.

Bild-2 webSportler ganz abstraktIn der „grauen" Phase spielte dann der Rückgriff auf alttestamentliche Motive, markiert in der Bibel seiner Frau (z. B. König Saul oder David schlägt Goliath) für Baumeister eine zunehmend wichtige Rolle. Wer hierbei aus Religion die Geschichten kennt, ahnt, dass diese Motive nicht Zufall sind, sondern Ausdruck von Widerstand in der inneren Emigration.
Nach vielen eher dunkel gehaltenen Werken steht ziemlich am Ende der Sonderausstellung zu Willi Baumeister ein buntes Strandbild mit blau-weiß-roten Farbtupfern. Dies war unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg ein Geschenk Baumeisters an den französischen Staat, das dieser annahm und im Louvre der Öffentlichkeit präsentierte, sozusagen eines der ersten Zeichen beginnender deutsch-französischer Freundschaft nach drei erbitterten Kriegen.

Der Besuch im Kunstmuseum hat eindrücklich gezeigt: Bildung ist ein umfassendes Geschehen und die schulische Einteilung in einzelne Fächer lediglich ein Versuch, diese Vielschichtigkeit ein bisschen verständlicher zu machen.

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