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Die Schule hat einen sehr sympathischen Eindruck bei mir hinterlassen. Man möchte selbst nochmal gerne Schüler sein.
Alle Zitate lesen Christoph H.

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Das Thema „Evolution“ ist für den Biologieunterricht in Klasse 10 zentral. Wie gut, dass es museumsdidaktisch so hervorragend konzipierte Lernräume wie das Rosensteinmuseum gibt. Inmitten des (endlich) hereinbrechenden Winters machte sich Frau Schick mit den Schülerinnen und Schülern auf den Weg nach Stuttgart, um die Gesetzmäßigkeiten in der Entwicklung von Leben mit Hilfe von anschaulichen Realien noch besser verstehen zu können.
Drei von der Museumspädagogin erläuterten Gesetze sollen beispielhaft zeigen, wie lehrreich ein Lerngang ins Museum sein kann:
1. Die Evolution kennt keine Sprünge, sondern ist die kontinuierliche Anpassung an sich verändernde Lebensbedingungen über Jahrmillionen hinweg. So zeigt die Entwicklungslinie der Rüsseltiere, dass sich die Umweltbedingungen an Land in 40 Millionen Jahren dramatisch verändert haben. Weil das zur Verfügung stehende Grün in der Savanne immer kärglicher wurde, konnten die Rüsseltiere, die auch an weiter oben liegende Zweige und Blätter kamen, besser überleben und Nachkommen zeugen. Die Knochenfunde belegten die über die vielen Jahre hochgerutschten Nasenlöcher und die Verstärkung des Kieferknochens, um den länger werdenden Rüssel halten zu können. Die Fossilienfunde sind dabei Belegstücke für die Entwicklungslinie, mal dicht und überzeugend, manchmal auch mit erheblichen Lücken an Fundstücken. Im Wasser hingegen ist die Veränderung der Lebenswelt geringer und so hat sich der Quastenflossler über 400 Millionen Jahren praktisch nicht verändert und schwimmt sozusagen als „lebendes Fossil“ auch heute noch in seiner Grundbauform durch die Meere.
2. Tarnung ist ein wichtiger Teil der Evolution. Neben den „normalen“ Nachkommen gibt es immer mal wieder albinotische. Warum findet man relativ häufig Maufwurf-Albinos, aber nur ganz selten Sperling-Albinos? Antwort: Unter der Erde ist die Farbe nicht bedeutsam, aber im Gebüsch hat ein weißer Spatz kaum eine Chance, den Blicken des Sperbers zu entgehen. Die natürliche Selektion macht die Fortpflanzung eines Albino-Sperlings also sehr unwahrscheinlich.
Bild 2 web3. Fortpflanzung muss sich lohnen. In der Regel suchen sich die Weibchen ihre Fortpflanzungspartner aus. Durch eine qualifizierte Partnerwahl soll vermieden werden, dass Energie durch einen falschen Partner verschwendet wird. Die Natur muss sich rechnen, die Kosten-Nutzen-Rechnung aufgehen, oder eine Art landet evolutionär im Abseits. So schlägt der Pfau sein imposantes Rad nur, um bei den Weibchen als besonders geeigneter Fortpflanzungspartner zu erscheinen. Diese Werbung lässt er sich viel kosten und muss dabei aufpassen, dass die sexuelle Selektion in einem angemessenen Verhältnis zur natürlichen Selektion bleibt. Denn irgendwann könnte sein imposantes Rad im Alltag so hinderlich werden, dass er beim Versuch, sich im Gebüsch vor Feinden zu verstecken, sich verheddert und zugrunde geht. Gerade hier drängen sich parallelisierende Überlegungen zur Spezie „homo sapiens“ geradezu auf. Anders geht die sexuelle Selektion bei den Hirschen vonstatten: innergeschichtliche Rivalen müssen in Kämpfen besiegt werden. Es gilt das Motto: The winner takes it all. Besonders hohen Einsatz erfordert die Fortpflanzung vom Spinnenmännchen: In einem lebensgefährlichen Akt bricht er ein mit Samen gefülltes Bein in einer der beiden beim Spinnenweibchen dafür vorgesehenen Spalten. Gelingt ihm das und ist er zugleich schnell genug, dem Spinnenweibchen zu entkommen, hat das Männchen eine zweite Chance. Ist er zu langsam, wird er schlicht und einfach aufgefressen. Manche der Jungs aus der Klasse haben wohl aufgeatmet, dass sie zur Gattung Mensch gehören!

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Die Schülerinnen und Schüler haben in jedem Fall anhand der Beispiele aus der Tierwelt anschaulich nachvollziehen können, wie faszinierend und funktional zugleich die Entwicklung des Lebens auf dieser Erde sich vollzogen hat und immer weiter vollzieht.
M. Schnitzler

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