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Schönaich: Die Aquaristik-AG gibt es seit sieben Jahren an der Johann-Brücker-Real- und Werkrealschule / Schüler kümmern sich selbstständig um ihre Fische

Von unserer Mitarbeiterin Lisa Gehringer

Klassische Guppys, Diskusbuntbarsche und Kampf-Fische schwimmen im Keller der Johann-Brücker-Realschule (JBS) in Schönaich. Seit sieben Jahren gibt es hier eine Aquaristik-AG. Die Schüler haben ihre Aquarien selbst eingerichtet, pflegen sie selbstständig und kümmern sich um die Fische.
„Als Kind habe ich keine Fische bekommen. Meine Eltern wussten nicht, wie man sie artgerecht hält", sagt die 16-jährige Sarah Keller. Sie ist schon seit fünf Jahren in der Aquaristik-AG. Gerade für solche Schüler hat Lehrer Helmut Leditzky vor sieben Jahren die AG im Keller der JBS gegründet. Der ganze Stolz der AG ist das 400-Liter-Aquarium, in dem Diskusbuntbarsche aus dem Amazonas leben.
„Privat habe ich mich schon immer für Aquaristik interessiert. 2009 habe ich in der Schulcafeteria ein Aquarium aufgestellt und war überrascht über den starken Andrang der Schüler. Sie haben ganz begeistert Fragen zu den Fischen und ihrer Haltung gestellt. Viele von ihnen durften zu Hause keine Haustiere haben, und da habe ich gemerkt, dass Bedarf für eine AG besteht", sagt der pensionierte Lehrer, der die AG heute ehrenamtlich leitet.
21 Kinder aus allen Klassenstufen nehmen an der AG zweimal die Woche teil. Jeder hat ein eigenes Aquarium, das er selbst eingerichtet darf. Die Schüler suchen die Fische aus, überlegen sich welche Pflanzen am natürlichsten für die Fische sind und dekorieren das Aquarium mit Wurzeln und Steinen. Insgesamt 28 Aquarien werden derzeit von den Schülern betreut.
„Die AG macht richtig viel Spaß", sagt Fee Treichel ganz begeistert. Sie hat sich bei ihrem Aquarium für Buntbarsche entschieden. „Meine Fische können auch richtige Tricks." Mit einem Spiegel demonstriert sie: „Im Spiegelbild erkennt mein Kampffischmännchen sich als Rivale. Es stellt seine Kiemen auf und spreizt seine Flossen." Das Becken putzt sie regelmäßig und füttert die Tiere. Das Wasser zu wechseln, macht ihr am wenigsten Spaß, aber sie freut sich, wenn ihre Fische Nachwuchs bekommen.
„Mir ist sehr wichtig, dass die Schüler Selbstständigkeit und Verantwortung lernen", sagt Helmut Leditzky. „Mein Becken ist voller Wasserlinsen", sagt Tom Daiber. In mühseliger Kleinarbeit schöpft er mit einem kleinen Kescher die Pflanzen von der Wassseroberfläche seines Aquariums ab. „Wenn ich jetzt nur eine einzige vergesse, habe ich nächste Woche wieder das ganze Aquarium voll davon."
Um ein eigenes Becken anvertraut zu bekommen, muss man zunächst eine Weile bei anderen Schülern mithelfen. Wer schon lange dabei ist, bekommt eins von den größeren Becken oder darf sogar noch ein weiteres Aquarium übernehmen.
Im Nebenzimmer befinden sich Ablaich- und Zuchtbecken. Unterstützt wird Helmut Leditzky von Andre Hermann, der die AG ebenfalls ehrenamtlich bereut. „Die Aquaristik-AG ist eine tolle Sache. Hier sind die Kinder nach dem Unterricht aufgehoben und haben einen Platz, an dem sie ihr Hobby ausleben können", sagt er. „Viele Schüler haben auch daheim angefangen, Fische zu züchten."
Neben Artbecken gibt es auch Becken, die verschiedene Fische einer bestimmten Region beheimaten. Besonders stolz ist die AG auf ihre Themenbecken vom Malawisee und Tanganjikasee. Die Fische, die darin leben, haben spezielle Anforderungen an Wasser und Futter. „Es ist sehr wichtig, dass die Kinder auch wissen, wo ihre Fische herkommen und was für Lebensraumbedingungen in diesen Gebieten vorliegen", sagt Andre Hermann. Gemeinsam besucht die AG regelmäßig die Fisch- und Reptil-Messe. Dort werden Futtervorräte, Tiere und Pflanzen gekauft.
Helmut Leditzky begeistert sich für Aquaristik schon seit seiner Kindheit. „Mein Konfirmationsgeld habe ich damals komplett für mein Aquarium ausgegeben", sagt er und lacht. Zwölf Aquarien besitzt er privat, in denen er auch Fische züchtet.
Die Räumlichkeiten in der Schule sind für eine AG dieser Art eher ungeeignet, doch Helmut Leditzky war froh, einen Platz für seine AG zu bekommen. „In den Räumen befindet sich kein Gulli. Da kann es schon mal sein, dass man nasse Füße beim Wasserwechsel bekommt."

Mehr Infos gibt es auf der Internetseite der JBS, www.jbhrs.de in der Kategorie „Besondere Angebote". Einen Kurzfilm über die AG kann man auf Youtube unter dem Suchbegriff „Aquaristik AG Böblingen" ansehen.

(Mit freundlicher Genehmigung der SZ/BZ hier veröffentlicht)

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